Freiberuflichkeit mit Hund - wie Hugo alles verändert hat

Freiberuflichkeit mit Hund - wie Hugo alles verändert hat

Du kennst den Dialog und die Problematik. Ein Hund erschwert nicht nur die Wohnungssuche, sondern schränkt natürlich auch im Job ein. Das glauben viele. Wie Hugo meinen Arbeitsalltag als freiberufliche Fotografin tatsächlich optimiert, entspannt und revolutionär verändert hat, möchte ich Dir heute erzählen.

Nach meinem Studium im Bereich Fotografie war schon immer klar: Das macht alles nur Sinn, wenn ich später freiberuflich sein werde. Und so kam es auch. Wer selbstverantwortlich und mit größtmöglicher Freiheit arbeitet weiß aber auch, wie anstrengend und wichtig es ist sich selbst zu organisieren und zu motivieren. Ende 2014 stand ich nach drei Jahren hauptberuflicher Selbstständigkeit zwar an einem finanziell unabhängigen Punkt, war dafür unstrukturiert und unsagbar unglücklich. Ich setzte nie Prioritäten, war einfach nur fleißig und landete damit schnell im Frust. Ich brauchte Ausgleich und dafür kam auch Hugo in mein Leben.


der druck war groß

Da nahm' ich lieber mal einen Job mehr an, als vielleicht benötigt oder gewollt und fühlte mich oft wie eine billige Bilder-Produzier' Maschine - Nicht nur schwierig für die Kreativität sondern auch für die physische wie psychische Gesundheit. Seit Hugo bei mir eingezogen ist, hatte sich das schnell geändert. Vom Bett an den Schreibtisch? Fehlanzeige. Erstmal einen ordentlichen Frühstücks-Spaziergang und damit raus auf die Straße, an die Sonne und unter Menschen. Die darauffolgenden Stunden muss ich effektiv arbeiten, denn pünktlich zum Mittags-Gassi werde ich wieder von einer süßen Hundeschnauze an gestupst und mein kleiner Pingeligkeits-Watz fordert jeden Tag seine große, einstündige Gassirunde deutlich ein. So teilt sich mein Tag nicht mehr in 'Schlafen - Arbeiten - Essen - Schlafen" sondern hat eine ordentliche Struktur mit Pausen und vor allem Zeit an der frischen Luft. 

Keine Hundeerziehung 002

Alarmglocke Hund

Was anfangs ein angebliches "Erziehungsproblem" beim Hund war, zeigte sich schnell als Verhaltensproblem beim Frauchen (ja, genau so nenne ich das jetzt!). Hugo zeigte mir mehr als deutlich, wie oft ich Dinge tat, hinter denen ich gar nicht gestanden habe und wie unruhig ich war. Er hörte nicht auf mich, ignorierte jegliche Befehle (egal wie oft wir das brav konditioniert hatten) und traute mir einfach null über den Weg.

Wurde ich unruhig, wurde er es auch. War ich unsicher, war er es auch. Und schneller als ich schauen konnte hatte Hugo selbst einen Job in meinem Unternehmen übernommen, mit dem ich gar nicht gerechnet hatte, den er aber von Natur aus herausragend meisterte: Mich und mein Verhalten zu spiegeln und damit auf mich und meinen Gemütszustand aufzupassen.

Heute merke ich schnell an Hugos Verhalten wenn ich mit etwas unzufrieden bin oder nicht genug Disziplin für etwas aufbringe. Der kleine Watz tigert dann völlig unter Strom durch die Wohnung oder nimmt mich einfach gar nicht mehr ernst, wenn ich ihn rückrufe. Er zeigt mir mehr als deutlich was auch in meinem Alltag vielleicht gerade fehlt und woran ich dringend arbeiten muss, um voran zu kommen. Den Job ohne Hund meistern? - Gar nicht mehr auszudenken was das für eine unstruktierte und verwaschene Katastrophe sein könnte!

Spezialisierung und das Klare 'Nein'

Auch die Prioritäten änderten sich. Ich sumpfte lange in langweiligen (wenn auch gut bezahlten) Jobs vor mich hin, die ich eigentlich nie machen wollte. Als Dienstleister merkte ich das nicht. Ich machte eben meinen Job für meinen Kunden, war freundlich, war unkompliziert und habe mich, meine Bedürfnisse und (was am schlimmsten war) meine Talente dabei oft gnadenlos ignoriert und übergangen. Ich stellte um. Kurzfristige Zurufe gingen auch aus organisatorischem Grund nicht mehr so einfach, wollte ich Hugo nie länger als vier Stunden alleine lassen. Ihn täglich in eine Betreuung bringen kam aber auch finanziell nicht in Frage. Hugo beschränkte mich zwar, forderte aber auch eine Lösung heraus. Aus Kundensicht war ich deutlich unflexibler geworden, musste mich damit aber deutlich besser auf dem Markt platzieren und war eines nicht mehr: Der alleskönnende, austauschbare Bauchladen. Ein Meilenstein in meinem beruflichen Alltag. Nun muss ich jedes Mal ein bisschen in mich reinlächeln wenn mir jemand sagt, dass ein Hund den Job (die Jobsuche) oder den Alltag viel zu sehr einschränken würde. Obwohl die Aussage wohl stimmt, vergessen viele dabei dass Hugo mich so einiges lehrt, was auch in meinem Job unsagbar wichtig ist: Struktur, klare Kommunikation und Prioritäten. Ein Job-Leben ohne meinen Hund? Das könnte ich mir heute gar nicht mehr vorstellen und meine Kunden vermutlich auch nicht.

Nun muss ich jedes Mal ein bisschen in mich reinlächeln wenn mir jemand sagt, dass ein Hund den Job (die Jobsuche) oder den Alltag viel zu sehr einschränken würde. Obwohl die Aussage wohl stimmt, vergessen viele dabei dass Hugo mich so einiges lehrt, was auch in meinem Job unsagbar wichtig ist: Struktur, klare Kommunikation und Prioritäten. Ein Job-Leben ohne meinen Hund? Das könnte ich mir heute gar nicht mehr vorstellen und meine Kunden vermutlich auch nicht.


 

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