Hund im Jugendstilwasserwerk Heimbach

Ein Hund im Jugendstil-Wasserwerk!

Eine Zeitreise in die Jahre 1900 und viel spannendes zu lernen über Elektrizität und Wasserkraft: Wie wir das Jugendstil-Wasserwerk in Heimbach besichtigten.

Die Eifel kannst Du getrost als sehr (Hunde-)freundlich bezeichnen. So durften wir spontan zusammen mit Hugo an der Führung im Jugendstil-Wasserkraftwerk in Heimbach teilnehmen. Die rund 90-minütige Tour durch das modern ausgestattete aber historische Gemäuer war sehr interessant und die Führung kostenlos. Komm' mit auf eine Zeitreise in die Jahre 1900 und viele spannende Geschichten über Elektrizität und Wasserkraft und schau' Dir an woher der Strom in den früheren Jahren herkam.


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Anmeldung, Ablauf und Organisation

Selbst von außen ist das Wasserwerk zum Staunen schön. Das historische Gebäude wurde bereits im Jahre 1905 zusammen mit der Urftalsperre (welche wir zwei Tage zuvor besucht hatten) in Betrieb genommen. Die zwei Druck-Rohre des Stausees führen direkt durch den Berg (dem 'Kehrmeter') in das Wasserkraftwerk. Zu seiner Anfangszeit versorgte das Kraftwerk damit die komplette Region. Heute, über 100 Jahre später, ist es nur noch zur Abdeckung sogenannter Spitzlast in Betrieb. Es erwirtschaftet rund 12 Megawatt und wurde 1975 komplett modernisiert. Die acht Francis-Turbinen wurden durch zwei leistungseffektivere Maschinen ersetzt. Diese sind Platzsparender und an das normale Stromnetz angeschlossen, können also sogar online gesteuert werden. So schade, denn es ist mitunter das schönste Kraftwerk, dass wir jemals gesehen haben! Mittlerweile wird das Wasserwerk von der RWE Innogy betrieben. Zu festgelegten Zeiten und nach vorheriger Anmeldung kannst Du mit Hund aber all die spannenden Geschichten rund um den Bau, die Zerstörung im zweiten Weltkrieg und die Funktionalität (wie Strom gewonnen wurde) erleben.

Die Reise in eine andere Zeit

Gleich zu Beginn der Tour wurden Rahmeninformationen und historische Daten des Kraftwerks vermittelt und sehr bald präsentierten sich im Inneren des Gebäudes ganze Heerschaaren alter Geräte rund um das Thema Strom. Kleine, große, bekannte und unbekannte Gegenstände sind dort liebevoll aufgebaut, ausführlich und detailliert bezeichnet. Es macht riesigen Spaß sich einmal ganz bewusst darüber zu werden, wie elektronische Geräte damals funktionierten, als Strom noch nicht so selbstverständlich war wie heute. Wir entdeckten die ersten Elektroherde (nur die luxuriösen waren mit einem integrierten Waffeleisen versehen) und die ersten Heizdecken dieser Zeiten. Verrückt!

Aber auch Fachwissen wurde verständlich vermittelt. So konnten Hugo und ich lernen, wie der Wasserdruck dazu führt, dass eine Turbine angetrieben wird und durch die Bewegung im Generator Energie entsteht. Viele originale Teile des Kraftwerkes (unter anderem die acht Francis-Turbinen) sind dort ebenfalls noch zu bestaunen und zeigen auch eindrücklich, wie alles funktionierte. Die klaren Hierarchien und Abläufe wurden bildlich erklärt und die kurz betätigte Notfall-Glocke auf der Empore zeigte eindrücklich, was für ein Lärm dort geherrscht haben muss. Achtung mit Deiner Felnase - das kann kurz für einen Schreck und Umut sorgen. Der restliche Teil der Tour ist jedoch sehr Geräuscharm.

Zum Nachdenken hat uns die Führung ebenfalls gebracht. Denn die Stromgewinnung war eigentlich nur ein netter Nebeneffekt für die Lösung eines ganz anderen Problems. Im späten 19. Jahrhundert hatten vor allem die Bauern mit viel Hochwasser zu kämpfen, weshalb sie sich für den Bau der Urftalsperre einsetzten. Durch das Kraftwerk, welches zu dieser Zeit eine absolute Pioniersarbeit war, wurde das viele Wasser effektiv genutzt und alle Beteiligten fanden eine ideale Lösung um mit der dort herrschenden Situation umgehen zu können. Das Wasser wich geregelten Bahnen und es konnte sogar noch Strom daraus erzeugt werden.

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Hier gibt es viel zu sehen! Die Führung durch das Wasserwerk zeigt viele elektrische Geräte wie wir sie heute gar nicht mehr kennen. Die sehr bildlich ausgeschmückten Geschichten rund um diese frühe Zeit des Stroms haben uns die komplette Zeit über gefesselt und begeistert.

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Wasserwerk mit Hund - lohnt sich das?

Ja, das lohnt sich. Bist Du historisch interessiert und von elektronischer Funktionalität begeistert, wird dich das Wasserkraftwerk sehr beeindrucken. Die Epoche des Jugendstils ist dort wunderbar nachzuvollziehen und für fotobegeisterte Hundebesitzer ohnehin interessant. Aber Vorsicht: Gegen Ende der Tour gibt es ein kurzes, lautes Bimmel Geräusch, dass Deinen Hund in Schrecken versetzen kann. Der Rest der Tour ist Geräuscharm. Melde Dich unbedingt zuvor telefonisch an. Parkplätze gibt es direkt vor dem Gebäude, leider nur in direkter Sonneneinstrahlung. Nimm' deine Fellnase also im Sommer lieber mit auf die Führung. Einen ausgiebigen Spaziergang zur Auslastung kannst Du zuvor rund um das Wasserkraftwerk im Wald gehen. So steht Eurem Besuch nichts mehr im Wege.

 QUELLEN UND WEITERFÜHRENDE INFOS: WDR Reportage | Offizielle Website Rur-Eifel-Tourismus | Anmeldungsinfos RWE |



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