Irland mit Hund - Überfahrt Eurotunnel und Fähre

Irland mit Hund - Überfahrt Eurotunnel und Fähre

Hohe Wellen und laute Maschinenräume: Wie wir Hugo nach Irland kutschierten, dabei quer durch Groß Britannien fuhren und zwei Mal übers Meer gelangten. Ein Erfahrungsbericht über Eurotunnel und Fährfahrt.

Die Vorfreude war groß und die Vorbereitungen allumfassend, für unsere Hochzeit in Irland wollten wir unseren Weltherrschaftswatz unbedingt mit dabei haben und buchten frühzeitig die 19 stündige direkte Fährüberfahrt von Cherbourg (Frankreich) nach Rosslare (Irland). Doch dann kam Sturmtief Brian und es musste umdisponiert werden. Bereits zwei Tage vor Überfahrt bekamen wir die Info, dass unsere geplante Überfahrt nicht stattfinden wird. Macht nichts, wir fanden eine Alternative und waren hinterher sogar sehr froh darüber. Ein Abenteuer-Erfahrungsbericht über eine Fährfahrt mit Irish Ferries und Hund. Lest hier, wie es uns erging.


Überraschung Eurotunnel

Ehrlicherweise muss ich gestehen: Mehr Angst als vor der Fahrt mit der Fähre, hatte ich vor der Fahrt durch den Eurotunnel. Der Gedanke unter dem Meer hindurch zu fahren, war seltsam. Doch meine Angst war unbegründet.
Wir starteten von Frankfurt über Belgien nach Frankreich (Calais) und benötigten rund 6 Stunden dafür. Überpünktlich schlugen wir auf französischer Seite auf und mussten Hugo bei der Pet Reception anmelden.
Ich hatte viel gelesen und es war genau so, wie erwartet: Sein Mikrochip wurde (von mir) gescannt, die Unterlagen (EU Haustierausweis und Ticket) wurden von der netten Dame am Schalter abgeglichen. Innerhalb von fünf Minuten (bei uns ohne Wartezeit) war der bürokratische Teil erledigt. Wow! Damit hatten wir nicht gerechnet.
Zu aller Begeisterung durften wir (ohne Mehrkosten oder Flexiticket) sogar eine Verbindung früher wahrnehmen. Toll! Für Deinen Hund gibt es auf beiden Seiten der Station umzäunte und sichere Auslaufbereiche für ein "vor der Zugfahrt Gassi". Diese nutzen wir aus und waren in der Nacht komplett alleine dort. Übrigens musst Du auf der Rückfahrt nach Frankreich deinen Hund nicht mehr an der Pet Receiption anmelden. Hier brauchst Du also nicht zusätzlich Zeit einplanen. 
Der Weg zum Zug war gut ausgeschildert und entspannt. Hugo war (wie immer) auf der Rücksitzbank am Schlafen. Durch das freundliche Personal wurden wir in den Autozug eingewiesen und mussten soweit nach vorne fahren wie es ging. Das Prozedere erinnerte mich an die Autozüge nach Sylt.  Der Motor wird während der Fahrt ausgemacht. Alle Insassen bleiben möglichst sitzen. Als es losging holperte es etwas, dann wurden die Fenster dunkel. Richtig arg gruselig war es aber nie. Höchstens etwas mulmig.

Während der 35 minütigen Überfahrt hast Du vollen Mobilfunkempfang. Buche den Eurotunnel online und so früh wie möglich. Selbst Nachtfahrten um 1.30 Uhr können plötzlich preislich in seltsame Höhen rutschen (189£ statt 69£) wenn die Fahrt davor ausgebucht ist.

Schwieriger wurde es dann mit der Fähre. Durch das Sturmtief mussten wir von der 19 stündigen Überfahrt auf die kurze Fährstrecke Holyhead <> Dublin wechseln. Die Überfahrt war - leider im Vergleich - nicht so entspannt und ich habe mir lange überlegt, wie und ob ich es als Erfahrungsbericht schreiben soll. Bitte bedenke, hier geschriebene Worte sind ein Erfahrungsbericht eines einmaligen Erlebnisses. Wenn alles klappt, kann ich Dir mitte Oktoer 2019 nochmal genauere Infos für die Überfahrt mit Stena Line liefern.


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Bei Fährverbindungen mit Irish Ferries nach und von Irland können die Hunde während der Überfahrt entweder in einem Kennel, oder im Auto verweilen. Stand Okt/2019 gibt es keine Kabinen in welchen Hunde erlaubt sind (shame on them!). Das gleiche gilt übrigens bei der Flugverbindung. Es ist nach Irland nicht vorgesehen den Hund in die Flugkabine zu nehmen. Lufthansa Cargo transportiert Hunde jedoch im Frachtraum.
Dein Hund muss also während der Überfahrt auf jeden Fall alleine bleiben.
Entweder in der gewohnten Umgebung (im Auto), oder in einer ungewohnten (dem Kennel). Je nach Größe der Fähre steht der Kennel auf (dem zum Meer hin offenen) Autodeck oder durch einen Zugang geschützten Nebenbereich. Es gibt bei den kurzen Fährfahrten (zwei und vier Stunden) keine einheitlich geregelten Besuchsrechte. Du bist ein auf das Gutdünken und die Anwesenheit (!) der Crew angewiesen.

Mit der Fähre nach Irland -
Erfahrungen mit dem Hund

Nun hatten wir bereits ein zweites Mal die Überfahrt mit Fähre nach Irland gebucht. Beim ersten Mal (Okt /2017) reisten wir mit Irish Ferries von Holyhead nach Dublin (einmal vier Stunden und einmal zwei Stunden) und zuletzt (Okt/2019) mit Stena Line über Fishguard nach Rosslare (ebenfalls vier Stunden). Beide Anbieter gaben sich in Organisation und Handhabung der Tiere recht wenig. An allen Fährüberfahren hätte Hugo im Auto oder in einem Kennel bleiben müssen, wohingegen die Kennels bei Stena Line Videoüberwacht sind. 

Gleich zu Beginn der Fahrt und durch einen unglücklichen Umstand wurde ich während unserer ersten Überfahrt im Oktober 2017 auf das Auto Deck ausgesperrt. Ooops. Die Türen werden nach Ablegen im Hafen aus Sicherheitsgründen verriegelt. Hier kommst Du ohne Bord-Personal nicht mehr zu den Fahrzeugen. Ein Verbleiben im Auto ist streng verboten (und vermutlich auch gefährlich, da das Deck zur See hin offen ist). Das wusste ich nicht. Bereits kurz nach dem Schließen der Türen begann es zu schaukeln (natürlich) und zu brummen. Völlig normal und nichts was mir Angst machte, doch Hugo wurde unruhig. Durch die Bewegungen werden sämtliche Alarmanlagen umstehender Fahrzeuge ausgelöst. Das ist laut, unangenehm und ungewohnt. Ein riesiges Chaos. Reist Du mit dem Camper oder Wohnmobil nach Irland hast Du vielleicht Glück und stehst auf dem LKW-Deck (das kommt auf die Buchungslage an). Hier ist es ruhiger, da keine PKW Alarmanlagen klingeln. 

Irische Fähre mit Hund - HundekennelsWährend der ersten Überfahrt von Holyhead nach Dublin wollte ich Hugo nicht unter all den Alarmanlagen sitzen lassen und hatte ihn kurzerhand mit in die Kennels genommen. Hier hätte ich eigentlich nicht bleiben dürfen, denn es gibt kein Besuchsrecht. Doch die Crew war gnädig und stellte mir sogar einen Sessel hin. Die Boxen waren in einem Unbeheizten Raum direkt neben dem Auto Deck. Natürlich war es auch hier nicht leise. Die Türen der Boxen waren aus Gitter. Mit längst und (!) quer Streben, das ist schwierig bei Hunden. Ein kleiner Bichon Frisé bellte und jammerte ununterbrochen (schon als ich ankam). Sein Besitzer war zu Fuß unterwegs, weshalb er den Kleinen alleine im Kennel zurücklassen musste. Der Bichon Frisé hatte sich durch panisches Kratzen an den Gittertüren die Pfoten blutig gekämpft, ein dickes Vorhängeschloss war angebracht. Ein Schild neben dem Kennel erklärte, dass dieses Schloss zur Sicherheit aller empfohlen sei. Auch Hugos Nachbar (ein Pudel Mix) zeigte deutliche Stressanzeichen. Er lag auf einer großen Windel, hechelte stark und zitterte am ganzen Körper. Eine Familie mit zwei Kindern holte ihn nach Anlegen der Fähre aus dem Zwinger, ich vermute die Windel lag nicht ohne Grund unter ihm und er war deshalb in der Box. 
Für die Überfahrt rate ich Dir keinesfalls deinen Hund in den Kennel zu bringen. Es ist totaler Stress für die Tiere und unsagbar ungewohnt. Zudem hast Du keine Kontrolle darüber, wie sie sich verhalten und wie mit Ihnen umgegangen wird.  Für die Rückfahrt entschieden wir uns bei unserer Überfahrt im Oktober 2017 dann ganz bewusst für das kleinere und schnellere Boot 'Swift' (zwei Stunden statt fünf), um die Zeit der Überfahrt kürzer zu halten.

Im Oktober 2019 sollte alles besser werden. Ich hatte mich extra erneut telefonisch und online informiert und dieses Mal die Überfahrt mit Stena Line gebucht. Laut Auskunft des Service (zwei Mal telefoniert, ein Mal Rückruf) sollte es auf allen Schiffen nach Irland einen ausgewiesenen Hundebereich geben in welchem man als Passagier ebenfalls Zeit verbringen könnte. Ein Missverständnis, denn beim Einchecken in der Nacht wurden wir darauf hingewiesen, dass damit die Kennel gemein seien. Hugo blieb' also wieder im Auto. Dieses Mal jedoch in einem Camper-Kastenwagen und das war deutlich entspannter für ihn. 
Habt ihr die Möglichkeit, bereist Irland mit einem Camper. Der Weg dorthin und die Überfahrt mit der Fähre sind deutlich entspannter und man kann ab einer Mindestbuchungszeit von 10 Tagen meist unbegrenzte Kilometer fahren. 

 

Tipps zur Vorbereitung

Es ist schade, dass die Iren hier noch keinen angenehmen Weg für die (Ein-)Reise mit Hund auf die Insel gefunden haben. Vielleicht kommt das ja noch? Ich fahre ich wirklich ungern ohne Hugo in den Urlaub und zudem gehört Irland für mich zu einer der schönsten Urlaubsziele überhaupt. Wir haben dort schon so viel Zeit verbracht und es war bisher das Größte meinem Hund diese Welt auch zeigen zu können. Möchtest Du deine Fell-Nase mitnehmen, sollte das gut geplant werden. Kürzere Trips dorthin würde ich Dir nicht empfehlen. Da die Anfahrt oder Überfahrt recht lange ist und der Stressfaktor (ohne Routine) recht hoch, macht es nur Sinn wenn zwischendrin etwas Zeit für Ruhe bleibt.
Mindestens zehn Tage solltest Du für deine Reise nach Irland also einplanen. Besser wären noch zwei Wochen - so viel gibt es auf der Insel auch wirklich zu sehen! Langweilig wird Euch hier nicht.
Solltest Du die Überfahrt nach Irland wagen wollen, kommen hier noch mal generelle Tipps und Tricks:

    • Empfehlung für die Fährfahrt nach Irland: Lass deinen Hund im Auto
      >> Achte auf die Innentemperatur im Auto. Das Auto Deck ist überdacht und steht im Schatten. Eine Decke in der Nebensaison könnte es aber kuschlig warm für deinen Hund halten.
      >> Versuche alle Sicherheitsmaßnahmen zu bedenken, wenn Dein Hund im Auto in Panik gerät (Macht Anschnallen Sinn? Kann er sich irgendwo aufschlagen, wenn er panisch durch das Auto hüpft?)
      >> Entgegen der Empfehlungen: Lass die Fenster zu und baue Deinem Hund lieber ein kleines, schützendes Nest in das er sich zurückziehen kann.
    • Wenn der Hund aus Gründen im Kennel sein muss
      >> Unbedingt Bettchen/Höhle mitnehmen und nur bei definitivem Besuchsrecht buchen (Wahrscheinlicher wenn die Boxen separat und nicht auf dem Auto Deck sind). Ansonsten lieber im Auto lassen.
    • Vorbereitungen
      >> In Flussnähe (beispielsweise am Main) gibt es oft  Fähr- und Bootsfahrten die mit Hund erlaubt sind. Wenn Zeit vorhanden ist, mach' doch mit mal eine Bootsfahrt mit, so könnt ihr Euch beide bereits an das Schwanken und die Geräusche gewöhnen und wisst ein bisschen mehr auf was ihr Euch einlasst und könnt ein wenig üben. 
      >> Versuche zudem selbst okay zu sein mit der Situation. Ein Fährfahrt ist nichts gefährliches. Sieht dein Hund, dass Du entspannt bist, ist es für ihn ebenfalls leichter entspannt zu sein. Sensible Hunde brauchen hier natürlich mehr Unterstützung.

Bist Du bereits mit der Fähre und deinem Hund nach Irland gefahren? Oder Du hast es noch vor? Erzähl' uns in den Kommentaren davon! 

QUELLEN UND WEITERFÜHRENDE INFOS:   FAQ Pets im Eurotunnel   | Erfahrungsberichte Eurotunnel bei Tripadvisor | Auflistung Fähranbieter |



Kommentare (1)

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Vielen Dank für deine ausführlichen Infos. Das klingt alles schwierig, aber nicht unmöglich. Vor allem dank deiner Buchungstipps!

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