Urlaub mit Hund an Silvester - Böllerfrei in der Normandie

Magisches Silvester - Böllerfrei in der Normandie

Oder: Wie wir ein wunderschönes Silvester am Strand verbringen durften.

Keine Sozialdramen, keine Betrunkenen und vor allem eines nicht: Ein Feuerwerk, lautes Geböller und einen kleinen panischen Angst-Watz der sich die Seele aus dem Leib bellt. Auf alles durften wir während unseres schönen Urlaubes in der Normandie verzichten. Ein rundum gelungener Urlaub, mit menschenleeren Stränden, gutem Essen und einer traumhaft gemütlichen Selbstversorger-Unterkunft direkt am Strand.


Manchmal hilft nur Flüchten

Was waren die letzten drei verbrachten Silvester immer für ein Drama. Seitdem wir Hugo haben, wurde es immer schlimmer. Nicht nur wegen ihm, sondern auch weil ich diese plötzlich kommenden, lauten Explosionen nicht mehr ertragen konnte. Ich bin ein schreckhafter Mensch und schon allein deshalb kam ein Training auch nie wirklich in Frage. Wie soll ich denn meinem Hund beibringen etwas okay zu finden, wenn ich selbst ein Problem damit habe? Nachdem es Silvester 2016 für mich maßlos eskalierte, suchte ich das Jahr über immer wieder nach Alternativen. Richtig viel "Böllerfreies" und zu 100% sicheres fand ich aber nicht und die Preise an Nord- Ostsee sowie in Österreich stiegen natürlich stetig an. Ein Graus. Anfang November entschieden wir uns dann recht kurzfristig unseren Urlaub in die Normandie zu legen und erstaunlicherweise traf sich das mit dem dort herrschenden Feuerwerksverbot ganz hervorragend. Jackpot!

„Wenn man seine Ruhe nicht in sich findet, ist es zwecklos, sie andernorts zu suchen“

François de La Rochefoucauld, * 15. September 1613; † 17. März 1680 in Paris, Französischer Adliger und Militär

Frankreich Normandie mit Hund Winter 009

Menschenleer und Böllerfrei

Wir mieteten uns für fünf Tage ein super kleines Häusschen, nur wenige Gehminuten vom Strand in Montmartin sur-mer und waren hellauf begeistert. Fünf Tage verbrachten wir auf engstem Raum ohne uns auf die Füße zu treten und selbst der Watz war erstaunlich entspannt. Eine steile Treppe führt dort auf die Zwischendecke in ein Matratzenlager mit einer riesig kuschligen Decke und Blick in die Sterne. Zum ins-Bett-gehen kletterte der kleine Watz selbstständig die Treppe hoch. Morgens haben wir ihn dann auf der Schulter runtergetragen. Irgendwie gemütlich.

Neben ausgiebigem Gassi gab's ünktlich zur Silvesternacht viel Wind und hohe Wellen. Da sogar der Verkauf von Silvesterfeuerwerk in Frankreich verboten ist, beschlossen wir den Jahreswechsel um 00 Uhr direkt am Strand zu verbringen. Was sollte denn passieren? Zumindest für ein kurzes Abendgassi wollten wir es probieren. So stiegen wir gemütlich gegen 23.45 Uhr in unsere Gummistiefel und schlappten in Richtung Dünen. Spätestens hier wäre Hugo im Heimischen schon längst wahnsinnig geworden, denn dort wird (zumindest bei uns) bereits drei Tage vor Silvester immer wieder geböllert und am Silvesterabend bereits um 23 Uhr vollumfänglich Krach gemacht.

Da der Wind sehr stark war, verzichteten wir auf Sekt und Gläser und hielten um 00:00 Uhr nur kurz die Luft zusammen an, um uns anschließend ein schönes neues Jahr zu wünschen. Dem kleinen Watz war's im Wind ein bisschen kalt, sonst gab es keine besonderen Vorkommnisse. Wir hörten keinen einzigen Knall und waren seelig. Weit entfernt sahen wir zwar ein, zwei Feuerwerkskörper in die Luft schnellen aber wir hörten den Wind und die Möwen, sonst nichts. Nach guten 15 Minuten traten wir den Heimweg an und ich bekam das Grinsen fast gar nicht mehr aus dem Gesicht. Wahnsinn. Dass es sowas wirklich gibt, dachte ich mir. Zuhause angekommen gab's ein Glas Cidre und um 1 Uhr waren wir im Bett. So einfach, so entspannt und so schön hatte ich das eigentlich noch nie.

Ich weiß nicht, ob man Frankreich prinzipiell als einzigartiges Winterferienziel bezeichnen kann. Die Einreisebestimmungen für Listenhunde sind.... . speziell und über die Art dort Auto zu fahren reden wir am Besten gar nicht. Aber eins ist absolut grandios: Das Feuerwerksverbot, an das sich die meisten auch halten. Großartig!

Frankreich Normandie mit Hund Winter 008

Böllerfrei seit Jahren

Durch vermehrt aufgetretene Schäden an alten Gebäuden und privatem Eigentum wurde zum Jahreswechsel 2017/2018 privates Feuerwerkt zunächst in Paris und dann auch in ganz Frankreich verboten. Die Einfuhr und auch der Verkauf an Privatpersonen ist ebenfalls untersagt. Aber Achtung, gerade in den Ski-Orten und in größeren Städten werden dennoch öffentliche Feuerwerke zum Jahreswechsel organisiert. Dort wird aber kontrolliert und nur über wenige Minuten lang abgefeuert und nicht bereits Tage zuvor oder (aus dem nichts heraus) noch Tage danach.

Möchtet ihr Euer Silvester böllerfrei erleben, schaut nach ländlichen Unterkünften in der Einsamkeit. Hier ist es ratsam sich zudem zuvor im Touristikzentrum zu Informieren und im Zweifel eine eher abgelegene Unterkunft zu suchen (wie wir in Montmartin sur-mer).

Mont Saint Michel mit Hund 001


Gassi Möglichkeiten überall

Gerade wenn Du ländlich wohnst, kannst Du mit Deinem Hund eigentlich ohne Leine direkt vor die Türe und los. In Frankreich sieht man wirklich viele Hunde. Du darfst Deinen Liebling zwar nicht überall hin mitnehmen, aber die Menschen reagieren sehr entspannt und freundlich auf die Vierbeiner und im Winter ist es mild genug um Deinen Hund auch mal für einen Restaurantbesuch im Auto zu lassen. Es gibt eine Vielzahl von kleinen, versteckten Stränden die sich zum Baden nicht so richtig eigenen und an denen Hunde problemlos geduldet sind. So verlagerten wir unsere Spaziergänge entweder an den Strand oder auf die zahlreichen Ausflüge, die in der Umgebung möglich sind. Durch das milde Klima war der dauerhafte Nieselregen tatsächlich nicht so schlimm und pünktlich zu unserem Ausflug nach Mont Saint Michel kam die Sonne raus. Gefährliche Steilhänge oder Klippen gab es bei uns kaum. Nach ausgiebiger Recherche und auch vom Gefühl her findest Du in Frankreich viele gut erzogene und entspannte Hunde, die sogar an touristischen Orten wie den Landungsstränden frei laufen. Mit Hugo wäre das nicht möglich, da er weder gut erzogen ist, noch vor einer Komplett-Rettung der Welt absieht, wenn er mal einen Hasen riecht. Deshalb hatten wir ihn auch hier brav an unserer Flexi-Schlepp und deshalb dann auch viel am Geschirr. Das hasst er ja insgeheim und sieht sich so gar nicht in der Position einer Sicherheitsleine.. . Er lebt aber noch und ich bin mir sicher, er dürfte nicht das letzte Mal mit nach Frankreich gereist sein! Wie waren Eure Erfahrungen mit Frankreich?

 QUELLEN UND WEITERFÜHRENDE INFOS:    Botschaft Frankreich - EinreisebestimmungenHundeblog Chien Normandie



Kommentare (2)

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Da ist er ja, der Bericht :-D Fein, dass alles soweit gut geklappt hat. Der Jäger war sicher auf Kaninchenjagd : - aber anders als in D zum Beispiel sind auch die Jäger recht entspannt.

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Super schön!

Es macht einfach Freude deine Webseite zu durchforschen und die wundersch?nen Bilder zu betrachten. Hugo ist natürlich auch ein perfektes Fotomotiv.
Vielleicht fahren wir auch mal in die Normandie!

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